Wann war dieses Goshuin? Das Besuchsdatum nachverfolgen, wenn keines dasteht
Sieh dir zuerst das Goshuin selbst an. Kannst du in der Nähe der Schriftzeichen für „Hohai“ ein Datum in japanischer Ära lesen, ist das das Besuchsdatum. Wenn nicht, sieh in der Fotos-App nach, wann das Foto des Goshuin aufgenommen wurde, und prüfe, ob davor und danach Fotos vom Gelände oder vom Weg dorthin vom selben Tag liegen – so grenzt du die möglichen Tage ein. Das Aufnahmedatum zeigt auf den Tag des Besuchs oder einen späteren, und bei Fotos, die du per Nachricht bekommen hast, kann es auch der Tag sein, an dem du sie gespeichert hast. Ein Datum, das sich nicht klären lässt, hältst du deshalb als „geschätzt“ fest, zusammen mit dem Grund.
Die wichtigsten Punkte dieses Artikels
- Zuerst siehst du dir das Goshuin selbst an: Ein lesbares Datum darauf ist das sicherste Besuchsdatum, das es gibt
- Geht die Uhr des Geräts richtig, ist das Aufnahmedatum eines Fotos der Tag des Besuchs oder ein späterer Tag
- Bildschirmfotos und Fotos, die du per Nachricht bekommen hast, tragen manchmal das Datum, an dem sie gespeichert wurden
- Legst du die Fotos vor und nach dem Aufnahmedatum und deine Reiseaufzeichnungen übereinander, grenzt du die möglichen Tage ein
- Versieh jedes Datum mit „bestätigt“, „geschätzt“ oder „unbekannt“ und schreib zu jeder Schätzung, worauf sie beruht
Dieser Artikel ist Teil von „Goshuin-Fotos auf dem Smartphone: So ordnest und erfasst du sie nachträglich“.
Dieser Artikel behandelt nur eines: wie du ein Besuchsdatum nachträglich ermittelst, wenn weder das Goshuin-Buch noch das Foto es festgehalten hat. Um die Schreibweise des Datums selbst und darum, wie der einzelne Schrein oder Tempel die Vergabe handhabt, geht es hier nicht.
Lässt sich das Besuchsdatum eines Goshuin ohne Datum nachträglich bestimmen?
Meist lässt es sich eingrenzen, wenn du mehrere Anhaltspunkte kombinierst. Sicher festlegen lässt es sich aber nicht immer. Was du bestimmen konntest, hältst du als bestätigt fest, und was nicht, so, dass man es als Schätzung erkennt – dann gerätst du später nicht in Schwierigkeiten.
Wie verlässlich sind die Anhaltspunkte?
Es gibt fünf. Am sichersten ist das auf dem Goshuin geschriebene Datum, danach kommen die Seiten davor und danach im Buch, dann das Aufnahmedatum des Fotos. Mit den oberen Anhaltspunkten legst du einen Zeitraum fest, mit den unteren engst du ihn ein.
| Anhaltspunkt | Verlässlichkeit | Wo du nachsiehst |
|---|---|---|
| Das Datum auf dem Goshuin | Hoch. Wenn es lesbar ist, ist es das Besuchsdatum | In der Nähe der Schriftzeichen für „Hohai“ |
| Die Seiten davor und danach im Buch | Hoch, wenn das Buch der Reihe nach gefüllt wurde. Es bleibt eine Spanne zwischen zwei Daten | Die vorherige und die nächste Seite im selben Goshuin-Buch |
| Das Aufnahmedatum des Fotos | Mittel. Der Tag des Besuchs oder ein späterer | Die Informationen zum Foto in der Fotos-App |
| Fotos vom selben Tag davor und danach | Mittel. Folgen Fotos vom Gelände oder vom Weg, ist es wahrscheinlich | Vor und nach dem Foto des Goshuin in der Fotos-App |
| Reise- und Terminaufzeichnungen | Ergänzend. Liefern nur mögliche Tage | Kalender, Fahrtenverlauf der IC-Karte, Buchungsmails von Unterkünften |
Die Seiten davor und danach helfen nicht bei einer Seite, auf die du nachträglich ein vorab geschriebenes Blatt geklebt hast. Die drei Anhaltspunkte ab dem Aufnahmedatum können das Datum jeweils nicht allein festlegen, nutze sie deshalb zusammen. Vor allem wenn du einen Schrein oder Tempel mehrmals besucht hast, findest du leicht ein Foto seines Tores aus einem anderen Jahr und ordnest das Goshuin einem anderen Besuch zu. Wie du ein Goshuin von einem erneuten Besuch als eigenen Eintrag festhältst und den früheren Besuch in deinen Aufzeichnungen prüfst, steht in einem eigenen Artikel.
Zuerst das Goshuin selbst ansehen
Auf einem Goshuin steht oft das Besuchsdatum. Üblich ist, dass unter oder neben den Schriftzeichen für „Hohai“ – sinngemäß „in Ehrfurcht besucht“ – ein Datum in japanischer Ära steht.
Auch wenn sich die Pinselstriche überlagern und schwer zu lesen sind, hilft es oft, das Foto zu vergrößern oder nur den Bereich des Datums aufzuhellen.
Kannst du das Datum auf dem Goshuin lesen, ist es das sicherste Besuchsdatum. Es hat Vorrang vor dem Aufnahmedatum des Fotos. Um die Schreibweise selbst geht es in „Warum steht das Datum auf einem Goshuin in japanischer Ära?“.
Vier Fälle, in denen du auf dem Goshuin kein Datum findest
Findest du kein Datum, liegt meist einer dieser vier Fälle vor.
- Du hast nur ein vorab geschriebenes Blatt (Kakioki). Es wird manchmal mit leerem Datumsfeld ausgegeben. Dann lässt sich aus dem Goshuin selbst nichts bestimmen. Ob du das Datum selbst in das leere Feld einträgst, kannst du auch dann noch entscheiden, wenn du das Besuchsdatum ermittelt hast.
- Die Pinselschrift ist nicht zu entziffern. Wenn Schrift über Schrift steht oder ein Siegel die Zeichen überdeckt.
- Ins Buch wird kein Datum geschrieben. In einem Nokyocho, das man auf Pilgerwegen zu heiligen Stätten mit sich führt, fehlt das Besuchsdatum in der Pinselschrift häufig (wie es gehandhabt wird, ist je nach Pilgerweg und Tempel verschieden). Wie du außerhalb des Papiers festhältst, in welcher Runde und wann ein übereinandergesetztes Siegel entstand, habe ich in einem eigenen Artikel zusammengefasst.
- Es gibt nur noch das Foto. Das Goshuin-Buch ist nicht zur Hand, und auf dem Foto ist der Bereich mit dem Datum abgeschnitten oder zu unscharf, um ihn zu lesen.
In jedem dieser Fälle gehst du zum nächsten Anhaltspunkt über.
In der Fotos-App das Aufnahmedatum prüfen und mit den Fotos davor und danach eingrenzen
Öffne das Foto des Goshuin, sieh dir Datum und Uhrzeit der Aufnahme an und blättere dann zu den Fotos davor und danach – so grenzt du die möglichen Besuchstage ein. Datum und Uhrzeit der Aufnahme gehören zu den Angaben, die die Kamera als EXIF in die Bilddatei schreibt.
In der Fotos-App des iPhone gehst du in dieser Reihenfolge vor. Die Bezeichnungen auf dem Bildschirm können sich ändern; findest du eine nicht, such nach der ähnlichsten.
- Öffne das Foto des Goshuin in der Mediathek. Kannst du die Sortierung wählen, sortiere nach Aufnahmedatum statt nach dem Datum des Hinzufügens.
- Wisch auf dem Foto nach oben oder tippe auf die Info-Taste (das „i“). Du siehst Datum und Uhrzeit der Aufnahme und, falls gespeichert, den Aufnahmeort und das Kameramodell.
- Lass das Foto geöffnet und wisch nach links und rechts zu den Fotos davor und danach. Folgen Fotos von Tor, Gelände und Weg vom selben Tag, ist dieser Tag der erste Kandidat. Steht das Foto des Goshuin allein, abseits von allen anderen Tagen, hast du die Seiten vielleicht später gesammelt fotografiert – dann geh vor das Aufnahmedatum zurück und such nach Fotos aus der Nähe des Schreins oder Tempels.
- Wenn ein Aufnahmeort gespeichert ist, vergleiche ihn mit den Fotos davor und danach. Wurde nur das Foto des Goshuin in der Nähe deiner Wohnung aufgenommen, hast du es vielleicht erst nach der Rückkehr gemacht.
Das Aufnahmedatum ist nicht einfach das Besuchsdatum
Das Aufnahmedatum ist ein Ausgangspunkt, nicht das Besuchsdatum selbst.
Abweichen kann es zum Beispiel in diesen Fällen:
- Du hast am Tag des Besuchs nichts fotografiert und die Seite erst zu Hause auf dem Tisch aufgenommen
- Du hast gewartet, bis sich mehrere vorab geschriebene Blätter angesammelt hatten, und sie dann zusammen fotografiert
- Du hast ein per Post erhaltenes Goshuin am Tag seiner Ankunft fotografiert
In allen Fällen liegt das Aufnahmedatum später. Solange die Uhr richtig ging und Datum und Uhrzeit nicht nachträglich geändert wurden, kann das Aufnahmedatum nie vor dem Besuchsdatum liegen. Betrachte das Aufnahmedatum als „obere Grenze des Besuchsdatums, nicht als untere“.
Fotos, deren angezeigtes Datum nicht der Tag der Aufnahme sein muss
Das Datum, das die Fotos-App zeigt, ist nicht immer der Tag, an dem das Foto tatsächlich aufgenommen wurde. Bei den folgenden Fotos prüfst du nach, bevor du dem Datum traust.
- Bildschirmfotos und Fotos, die in einer anderen App bearbeitet und neu gespeichert wurden. Sie können das Datum und die Uhrzeit des Speicherns tragen.
- Fotos, die du über eine Nachrichten-App oder soziale Netzwerke bekommen hast. Beim Senden werden die Angaben zu Datum und Uhrzeit der Aufnahme manchmal entfernt, und das Foto wird nach dem Tag des Speicherns einsortiert.
- Fotos, deren Datum und Uhrzeit in der Fotos-App angepasst wurden. Datum und Uhrzeit lassen sich nachträglich von Hand ändern; wurden sie geändert, sind sie nicht mehr das ursprüngliche Aufnahmedatum.
Zeigen die Informationen zu einem Foto kein Kameramodell, sind die Angaben zur Aufnahme womöglich nicht mehr vorhanden. Stehen an einem Tag Fotos von ganz verschiedenen Orten und Jahreszeiten nebeneinander, ist dieser Tag vermutlich der Tag des Speicherns. Solche Fotos prüfst du am sichersten auf dem Gerät, auf dem das Original noch liegt.
Wenn du an einem Tag mehrere Orte besucht hast
Die Reihenfolge der Schreine und Tempel eines Tages ergibt sich, wenn du die Aufnahmezeiten der Fotos ordnest, die keine Goshuin zeigen. Hast du die Goshuin nacheinander im selben Buch erhalten, entspricht die Reihenfolge der Seiten meist der Reihenfolge deiner Besuche; sind vorab geschriebene Blätter darunter, taugt auch das nicht mehr.
Tor, Gelände, Landschaft unterwegs, Mittagessen – diese Fotos haben alle eine Uhrzeit. Ordnest du die Zeiten nach Schrein oder Tempel, ergibt sich die Reihenfolge deiner Besuche. Die Uhrzeit von Goshuin-Fotos, die du erst zu Hause gemacht hast, hat mit dieser Reihenfolge allerdings nichts zu tun.
Wenn es sich nicht klären lässt: als Schätzung erkennbar festhalten
Lass auch ein unbekanntes Datum nicht als leeres Feld ohne Markierung stehen. Einem leeren Feld ohne Markierung sieht man nicht an, ob du „noch nicht nachgesehen“ oder „nachgesehen, aber nichts gefunden“ hast – beim nächsten Blick darauf machst du dieselbe Arbeit noch einmal.
Unterscheide drei Markierungen: „bestätigt“ (mit dem Datum auf dem Goshuin geprüft), „geschätzt“ (aus Aufnahmedatum, Fotos davor und danach, Jahr oder Jahreszeit eingetragen) und „unbekannt“ (kein Anhaltspunkt gefunden). Bei einer Schätzung trägst du ein typisches Datum aus dem bekannten Zeitraum ein und notierst den Grund dazu, etwa „geschätzt (Aufnahmedatum; davor und danach Fotos vom Gelände)“. Taucht später ein sicherer Anhaltspunkt auf, kannst du korrigieren, ohne dieselbe Suche zu wiederholen.
Führst du deine Liste in einer Tabellenkalkulation, gehören diese drei Markierungen nicht in die Notizen, sondern in eine eigene Spalte – dann kannst du nach den geschätzten Zeilen filtern. Wie du eine Spalte „Sicherheit des Besuchsdatums“ in die Tabelle aufnimmst, steht im Artikel über die Wahl der Spalten.
In der App, die ich entwickle
In „Goshuin-Chronik“, der App, die ich entwickle, wird beim Importieren eines Fotos das Aufnahmedatum als Anfangswert für das Besuchsdatum eingesetzt; bei einem Foto ohne Aufnahmedatum ist das Importdatum der Anfangswert. Welches der beiden Daten es ist, wird bei jedem Foto angezeigt, sodass du dort die Fotos erkennst, deren Aufnahmeangaben fehlen. Die App liest allerdings Datum und Uhrzeit, die im Foto gespeichert sind; bei einem Foto, in das beim neuen Speichern ein anderes Datum geschrieben wurde, kann dieser Tag als Aufnahmedatum erscheinen.
Wählst du mehrere Fotos auf einmal aus der Fotomediathek, stehen sie alle mit diesem Anfangswert unter „Importierte Fotos“; du korrigierst das Besuchsdatum und fügst sie dann einem Buch und seinen Seiten hinzu. Die Schritte von der Auswahl mehrerer Fotos bis zu Buch und Seite beschreibt ein eigener Artikel der Reihe nach.
- Das Besuchsdatum korrigierst du je Foto oder für die ausgewählten Fotos auf einmal. Das Importieren und das Korrigieren des Besuchsdatums brauchen keinen Kauf.
- Auch Notizen werden durchsucht. Suchst du nach „geschätzt“, erscheinen die Einträge, bei denen du das notiert hast, die jüngsten Besuche zuerst, jeweils mit Buch und Seite.
Das Besuchsdatum wird tageweise gespeichert, eine Spanne wie „irgendwann im Frühling“ lässt sich also nicht so eintragen. Ein eigenes Feld zur Wahl zwischen „bestätigt“ und „geschätzt“ gibt es ebenfalls nicht.
Das erste Buch braucht keinen Kauf und nimmt beliebig viele Einträge auf, und auch importierte Fotos einzeln einem Buch hinzuzufügen braucht keinen Kauf. Ein zweites Buch und alle weiteren sowie das Hinzufügen von zwei oder mehr Fotos auf einmal kommen mit dem einmaligen Kauf „Chronik komplett“; was er umfasst, steht im Abschnitt Preis. Den aktuellen Preis zeigt der App Store.
Übrigens ist es effizienter, zuerst die Goshuin zu erledigen, deren Besuchsdatum du kennst, und die unbekannten am Schluss gesammelt zu behandeln. Den gesamten Ablauf beschreibt „Goshuin-Fotos vom Smartphone nachträglich ordnen und als Aufzeichnungen festhalten“.
Häufige Fragen
- Ich weiß nur das Jahr oder den Monat. Welchen Tag trage ich ein?
- Leg dir eine Regel fest und wende sie bei allen Einträgen gleich an – etwa den 1. des Monats, wenn du den Monat kennst, und den 1. Juli als Mitte des Jahres, wenn du nur das Jahr kennst. Den 1. Januar solltest du nicht als Platzhalter nehmen: An diesem Tag besuchen zum Hatsumode, dem ersten Besuch des neuen Jahres, tatsächlich besonders viele Menschen einen Schrein oder Tempel, und ein Platzhalter ließe sich kaum von einem echten Besuch am Neujahrstag unterscheiden. Kennst du das Jahr in japanischer Ära, wähle einen Tag, der in diese Ära fällt – bei Heisei 31 also einen Tag bis zum 30. April.
- Das Aufnahmedatum des Fotos liegt vor dem Datum, das auf dem Goshuin steht.
- Prüf zuerst, ob du dich beim Umrechnen der japanischen Ära in den gregorianischen Kalender verlesen hast. Schon ein um eins verschobenes Jahr lässt das Datum auf dem Goshuin später erscheinen als das Aufnahmedatum. Stimmt die Umrechnung, ging vermutlich die Uhr des Geräts oder der Kamera falsch, oder Datum und Uhrzeit des Fotos wurden nachträglich geändert. Zeigen die Fotos davor und danach vom selben Gerät dieselbe Abweichung, lag es an der Uhr – dann ziehst du diese Spanne auch bei den Fotos von Goshuin ohne Datum ab.
- Darf ich ein geschätztes Datum in ein Foto schreiben, dessen Aufnahmedatum fehlt?
- In der Fotos-App lassen sich Datum und Uhrzeit anpassen, empfehlenswert ist es aber nicht. Ein eingetragenes Datum ist beim nächsten Ansehen kaum von einem echten Aufnahmedatum zu unterscheiden, und dem Foto sieht man nicht mehr an, dass es eine Schätzung war. Lass Datum und Uhrzeit des Fotos, wie sie sind, und halte das geschätzte Datum und seinen Grund in deinen Aufzeichnungen fest.
- Helfen auch die Fotos der Person, mit der ich unterwegs war?
- Ja. Auch an einem Tag, an dem du selbst weder das Gelände noch den Weg fotografiert hast: Ist derselbe Schrein oder Tempel auf einem Foto deiner Begleitung zu sehen, ist dessen Aufnahmedatum ein möglicher Tag. Je nachdem, wie dir das Foto geschickt wird, gehen die Angaben zum Aufnahmedatum allerdings verloren. Am sichersten ist es, wenn die andere Person das Datum auf ihrem eigenen Gerät in den Angaben zum Originalfoto nachsieht.
- Wann sollte ich geschätzte Daten noch einmal prüfen?
- Einen festen Zeitpunkt gibt es nicht; der richtige Moment ist, wenn ein neuer Anhaltspunkt auftaucht – wenn du das Goshuin-Buch selbst aufschlägst, mit deiner Begleitung alte Fotos durchsiehst oder ein alter Terminplan oder eine Quittung wieder auftaucht. Hast du die Markierung „geschätzt“ und den Grund notiert, findest du genau die Einträge, die eine neue Prüfung brauchen, sofort wieder.