Goshuin-Chronik

Darf ich das Datum auf einem Kakioki-Goshuin selbst eintragen? Überlegungen und Umgang

Ob du das Datum auf einem Kakioki-Goshuin selbst eintragen darfst, regelt keine landesweit einheitliche Regel. Manche Schreine und Tempel tragen es bei der Ausgabe an Ort und Stelle ein, andere lassen das Feld leer, weil sie erwarten, dass die Besucher es selbst ausfüllen. Im Zweifel geht der Hinweis des Schreins oder Tempels, von dem du das Blatt erhalten hast, allem anderen vor. Es gibt drei Wege: das Datum bei der Ausgabe eintragen lassen, es selbst eintragen oder nichts aufs Papier schreiben und das Besuchsdatum stattdessen bei den Fotos und in deinen Aufzeichnungen festhalten.

Veröffentlicht: (zuletzt aktualisiert: ) von 友田 陽大 (Entwickler von Goshuin-Chronik)

Die wichtigsten Punkte dieses Artikels

  • Eine landesweit einheitliche Regel gibt es nicht. Der Hinweis des Schreins oder Tempels geht vor
  • Manchmal wird das Datum bei der Ausgabe an Ort und Stelle eingetragen. Frag zuerst danach
  • Wenn du selbst schreibst, stellt sich vor allem die Frage, welches Datum aufs Blatt gehört
  • Du kannst auch nichts aufs Papier schreiben und das Besuchsdatum an anderer Stelle festhalten
  • Welchen Weg du auch wählst: Ist das Besuchsdatum irgendwo erkennbar, gibt es später keine Probleme

Dieser Artikel behandelt nur eines: wie man darüber denken kann, wenn auf einem Kakioki-Goshuin – einem Goshuin, das vorab auf ein eigenes Blatt geschrieben und so ausgegeben wird – kein Datum steht. Auf die Gepflogenheiten einzelner Schreine oder Tempel geht er nicht ein.

Vorweg: Eine landesweit einheitliche Regel gibt es nicht

Wer das Datum auf ein Kakioki-Goshuin schreibt und wie, regelt keine landesweit einheitliche Regel. Goshuin vergibt jeder Schrein und Tempel nach seinen eigenen Vorstellungen, und das gilt auch für das Datum.

Deshalb gibt auch dieser Artikel keine richtige Antwort vor. Er stellt die möglichen Wege und die Überlegungen hinter jedem nebeneinander. Die Entscheidung triffst du selbst; im Zweifel folge dem Hinweis des Schreins oder Tempels, von dem du das Blatt erhalten hast.

Warum ist das Datumsfeld eines Kakioki manchmal leer?

Weil ein Kakioki vor der Ausgabe geschrieben und bereitgelegt wird und der Tag der Übergabe nicht im Voraus eingetragen werden kann.

Die Gründe, Kakioki vorzubereiten, sind verschieden. Weil sie aber geschrieben werden, bevor feststeht, wann sie ausgegeben werden, bleibt oft nur das Datum frei.

Auch der Umgang mit dem leeren Feld unterscheidet sich von Ort zu Ort; es gibt zum Beispiel diese zwei Formen:

  1. Das Datum wird bei der Ausgabe an Ort und Stelle eingetragen. Bei der Übergabe wird das Datum des Tages vermerkt.
  2. Das Blatt wird leer ausgegeben, damit die Besucher das Datum selbst eintragen. In diesem Fall ist das leere Feld kein Versehen.

Welche der beiden Formen vorliegt, lässt sich vor Ort nicht immer erkennen.

Manchmal wird das Datum bei der Ausgabe eingetragen

Bei einem Kakioki mit leerem Datumsfeld ist es am sichersten, gleich beim Erhalt zu fragen, ob das Datum eingetragen werden kann.

Fragst du an der Ausgabestelle „Könnten Sie bitte das Datum eintragen?“, wird es manchmal eingetragen. Das hängt aber vom Ort und von der Situation ab: In stark besuchten Zeiten oder wenn die Person, die schreibt, gerade mit anderem beschäftigt ist, kann es schwierig sein.

Konntest du vor Ort nicht fragen oder bemerkst du das leere Feld erst, während du angesammelte Fotos und Kakioki nachträglich ordnest, wählst du zwischen zwei Wegen: selbst eintragen oder nichts aufs Papier schreiben und das Datum in deinen Aufzeichnungen festhalten.

Wenn du selbst schreibst: welches Datum?

Trägst du das Datum auf einem Kakioki selbst ein, ist der Tag deines Besuchs die naheliegende Wahl. Ein Goshuin wird oft als Beleg eines Besuchs verstanden; deshalb hält man ihn getrennt vom Tag, an dem das Blatt bei dir ankam, und vom Tag, an dem du es ins Goshuin-Buch geklebt hast.

Anders sieht es allerdings aus, wenn du das Goshuin per Post erhalten hast (dazu der nächste Abschnitt).

Zur Form: Das Datum auf einem Goshuin steht üblicherweise in einer japanischen Ära. Schreibst du selbst, liest es sich neben deinen anderen Goshuin leichter, wenn du ebenfalls die japanische Ära verwendest. An welchen Tagen Reiwa, Heisei und Showa wechseln und warum die Reihenfolge durcheinandergerät, wenn man nur nach den Jahreszahlen der Ära sortiert, habe ich in einem eigenen Artikel in einer Tabelle zusammengestellt.

Ist seit dem Erhalt Zeit vergangen, prüf das Besuchsdatum, bevor du schreibst. Das Aufnahmedatum eines Fotos ist ein Hinweis, aber bei Fotos, auf denen du Kakioki erst später gesammelt fotografiert hast, weicht es vom Besuchsdatum ab. Wie du Fotos erkennst, deren Aufnahmedatum vom Besuchsdatum abweicht, und wie du das Besuchsdatum zurückverfolgst, steht in einem eigenen Artikel.

Und wenn du das Goshuin per Post erhalten hast?

Ein Goshuin, das du ohne Besuch per Post erhalten hast, hat kein „Besuchsdatum“. Manche Schreine und Tempel verschicken Goshuin auch per Post.

Ob du den Tag der Ankunft einträgst, den Tag der Bestellung oder gar nichts – das hängt von den Vorstellungen des Schreins oder Tempels ab. Oft steht es in der Ankündigung zum Versand, lies also zuerst dort nach.

In deinen Aufzeichnungen ist es praktisch, erkennbar zu machen, dass das Goshuin per Post kam. Trägst du nur das Datum in dasselbe Feld ein wie bei Goshuin, die du bei einem Besuch erhalten hast, kannst du sie später nicht mehr unterscheiden. Ein kurzer Vermerk in der Notiz genügt.

Dabei geht es nicht darum, ob etwas unhöflich ist, sondern um eine Unterscheidung, damit du selbst später keine Schwierigkeiten hast.

Nicht aufs Papier schreiben, sondern an anderer Stelle festhalten

Beim Besuchsdatum eines Kakioki gibt es einen dritten Weg: nichts aufs Papier schreiben und das Datum bei den Fotos und in deinen Aufzeichnungen festhalten. Es ist keine Wahl zwischen „schreiben oder nicht schreiben“. Das ist es, was ich in diesem Artikel am meisten sagen möchte.

Der Vorteil dieses Weges: Du kannst die Entscheidung offenhalten und trotzdem zuerst sichern, was sonst verloren geht. Ob du das Papier anrührst, kannst du auch später entscheiden. Die Erinnerung an den Tag des Besuchs aber kommt nicht zurück, wenn Zeit vergangen ist.

Konkret fotografierst du die Kakioki einzeln und hältst Besuchsdatum und Namen des Schreins oder Tempels in deinen Aufzeichnungen fest. Das Papier selbst bewahrst du unverändert auf. So kannst du das Datum später noch eintragen, wenn du dich doch dafür entscheidest, und wenn du dich dagegen entscheidest, bleiben deine Aufzeichnungen trotzdem.

Dass kein Datum auf dem Papier bleibt, gibt es nicht nur bei Kakioki. Auch bei einem Nokyocho – dem Buch für Pilgerwege – ohne Datum, in dem bei jeder Runde ein Siegel auf dieselbe Seite gedrückt wird, lässt sich vom Papier nicht ablesen, welche Runde wann war. Wie du bei solchen Büchern anhand des Aufnahmedatums eines Fotos festhältst, wann das Siegel welcher Runde entstand, habe ich ebenfalls in einem eigenen Artikel beschrieben.

Welchen Weg du auch wählst: Ist das Besuchsdatum erkennbar, gibt es keine Probleme

Für das Datum auf einem Kakioki kannst du zwischen den folgenden drei Wegen wählen, und mit jedem hast du später keine Probleme, solange das Besuchsdatum irgendwo festgehalten ist.

  • Bei der Ausgabe eintragen lassen
  • Selbst eintragen
  • Nichts aufs Papier schreiben, sondern in deinen Aufzeichnungen festhalten

Keiner davon ist der richtige. Umgekehrt: Wählst du keinen und lässt die Blätter einfach im Stapel liegen, fällt dir das Besuchsdatum irgendwann nicht mehr ein, und keiner der drei Wege ist dann noch gut gangbar. Wie du nicht eingeklebte, gestapelte Kakioki einzeln fotografierst, Schrein oder Tempel und Besuchsdatum prüfst und sie ordnest, habe ich in einem eigenen Artikel beschrieben.

Häufige Fragen

Ist es unhöflich, das Datum selbst einzutragen?
Manche Schreine und Tempel lassen das Feld gerade deshalb leer, weil sie erwarten, dass die Besucher es ausfüllen. Das Eintragen an sich lässt sich also nicht pauschal als unhöflich bezeichnen. Die Sichtweise unterscheidet sich aber von Ort zu Ort; wenn du vor Ort fragen kannst, frag bitte nach.
Was sollte ich in meinen Aufzeichnungen außer Besuchsdatum und Namen des Schreins oder Tempels noch festhalten?
Nützlich ist ein kurzer Vermerk in der Notiz, wer das Datum auf das Papier geschrieben hat (bei der Ausgabe eingetragen, selbst eingetragen oder gar nicht eingetragen). Nach ein paar Jahren weißt du nicht mehr, ob das Datum auf dem Papier von dir stammt oder vom Schrein oder Tempel. Mit diesem Vermerk musst du nicht rätseln, wonach du dich richtest, wenn Papier und Aufzeichnung verschiedene Daten zeigen.
Was tue ich, wenn ich beim Selbsteintragen ein falsches Datum geschrieben habe?
Für die Korrektur auf dem Papier gibt es keine landesweit einheitliche Regel, und auch darüber, ob man es überhaupt anrühren sollte, gehen die Meinungen auseinander. So oder so: Halte in deinen Aufzeichnungen das richtige Besuchsdatum fest und vermerke in der Notiz kurz, dass es vom Datum auf dem Papier abweicht – dann musst du später nicht rätseln, welches stimmt.
Ist es ein Problem, wenn ich gar nichts eintrage?
Dass auf dem Papier kein Datum steht, ist an sich kein Problem. Ein Problem ist es, wenn das Besuchsdatum nirgends festgehalten ist. Schreibst du nichts aufs Papier, halte das Besuchsdatum bei den Fotos oder in deinen Aufzeichnungen fest.
Darf ich auf einem Kakioki von vor Jahren jetzt noch ein Datum eintragen?
Ob man aufs Papier schreibt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Wenn du schreibst, prüf das Besuchsdatum vorher anhand des Aufnahmedatums deiner Fotos oder deiner damaligen Termine. Ein aufs Papier geschriebenes Datum lässt sich später schwer korrigieren; solange du nicht sicher bist, schreib also nichts aufs Papier und halte in deinen Aufzeichnungen fest, so weit du es eingrenzen kannst – etwa „ungefähr im Monat X des Jahres Y“ –, samt der Hinweise. Dann kannst du entscheiden, sobald das Datum feststeht.