Kein Konto, Speicherung auf dem Gerät: So wählst du eine App für deine Goshuin-Einträge
Es gibt Goshuin-Apps, die du ohne Anmeldung nutzen kannst, aber „keine Anmeldung“ heißt noch nicht, dass deine Einträge nirgendwohin gesendet werden. Prüfe vor der Wahl vier Dinge: welche Empfänger die Datenschutzerklärung nennt; ob der Export nur ein Backup ist, das in dieselbe App zurückgeht, oder ob es auch eine lesbare Form wie CSV oder PDF gibt; wie die verlangten Berechtigungen begründet werden; und wie viel ohne Kauf nutzbar ist. Lege vorher fest, welcher der vier Punkte – kein Konto, Speicherung auf dem Gerät, keine Werbung, keine Verbindung – dir am wichtigsten ist, dann weißt du, wo du hinschauen musst.
Die wichtigsten Punkte dieses Artikels
- „Kein Konto“, „Speicherung auf dem Gerät“, „keine Werbung“ und „keine Verbindung“: Trifft eines davon zu, heißt das nicht, dass die anderen drei auch zutreffen
- Vor der Frage „Einmalkauf oder Abo?“ kommt die Frage, ob du deine Einträge herausholen kannst, nachdem du aufgehört hast zu zahlen
- Es gibt zwei Arten von Export – ein Backup, das in dieselbe App zurückgeht, und einen Export zum Lesen wie CSV oder PDF –, und nur mit dem zweiten kannst du deine Einträge außerhalb der App lesen
- Wählst du den Schrein oder Tempel aus einer Liste, hängt sein Standort am Eintrag; wie viel vom Ort gespeichert wird, hängt also vom Aufbau der App ab
- Zu prüfen sind vier Dinge: die in der Datenschutzerklärung genannten Empfänger, die Art des Exports, die Begründung der Berechtigungen und wie viel ohne Kauf nutzbar ist
Dieser Artikel ist Teil von „Goshuin-Fotos auf dem Smartphone: So ordnest und erfasst du sie nachträglich“.
Dieser Artikel behandelt nur eines: wie du prüfst, wo eine App für Goshuin-Einträge deine Einträge aufbewahrt und wohin sie sie sendet. Vergleiche, die einzelne Apps beim Namen nennen, gibt es hier nicht – damit nichts als Tatsache behauptet wird, was sich von außen nicht prüfen lässt.
Gibt es Goshuin-Apps, die du ohne Anmeldung nutzen kannst?
Ja. Aber „keine Anmeldung“ und „die Einträge verlassen das Gerät nicht“ sind nicht dasselbe. Verwechselst du beides bei der Wahl, bekommst du am Ende etwas anderes, als du erwartet hast.
Goshuin-Einträge sind eine Liste, wann du wo warst, und für manche Menschen auch ein Zeugnis ihrer religiösen Praxis. Dass viele darauf achten, wo diese Liste liegt, ist nur natürlich, und entsprechend oft liest man beruhigende Erklärungen dazu. Nur meinen die Wörter in diesen Erklärungen bei genauerem Hinsehen ganz verschiedene Dinge.
Die vier Begriffe, die oft verwechselt werden, meinen vier verschiedene Dinge
„Kein Konto“, „Speicherung auf dem Gerät“, „keine Werbung“ und „keine Verbindung“: Trifft eines davon zu, heißt das nicht, dass die anderen drei auch zutreffen. Hier steht für jeden Begriff, was er bedeutet und was trotzdem passieren kann, wenn er stimmt.
| Begriff | Was er bedeutet | Was trotzdem passieren kann |
|---|---|---|
| Kein Konto | Du kannst ohne Registrierung loslegen | Einträge werden zusammen mit Daten gesendet, die dein Gerät identifizieren |
| Speicherung auf dem Gerät | Die Einträge liegen im Gerät | Die App verbindet sich zu einem anderen Zweck mit dem Netz |
| Keine Werbung | Es wird keine Werbung angezeigt | Einträge werden an den Anbieter gesendet |
| Keine Verbindung | Die App verbindet sich nicht mit dem Netz | Geht das Gerät kaputt, sind auch die Einträge verloren |
Es müssen nicht alle vier zutreffen. Wichtig ist, zuerst festzulegen, worauf es dir ankommt.
- Niemand soll sehen, was in deinen Einträgen steht → prüfe, ob sie auf dem Gerät gespeichert werden
- Du willst dir die Registrierung sparen → prüfe, ob ein Konto nötig ist
- Du willst bei der Bedienung nicht gestört werden → prüfe, ob Werbung angezeigt wird
- Du willst die App auch ohne Empfang nutzen → prüfe, ob sie eine Verbindung braucht
Kommt es dir auf einen Punkt an, musst du auch nur einen prüfen.
Auch das Bezahlmodell macht einen Unterschied
Ob Einmalkauf oder Abo: Prüfe zuerst, ob du deine Einträge herausholen kannst, nachdem du aufgehört hast zu zahlen. Wie du bezahlst, hat durchaus damit zu tun, wie deine Einträge gehalten werden.
Eine einmalige Zahlung (Einmalkauf) ist mit dem Bezahlen erledigt, danach fällt nichts mehr an. Je länger du die App nutzt, desto weniger kostet sie dich auf die Zeit gerechnet. Dafür hat der Anbieter keine laufenden Einnahmen, und die Updates können mit der Zeit seltener werden.
Eine laufende Zahlung lässt Updates erwarten, solange du zahlst. Dafür kann die App unbrauchbar werden, sobald du aufhörst zu zahlen.
Lässt sich nicht klären, ob du deine Einträge nach dem Ende der Zahlungen noch herausholen kannst, ist es sicherer, die App zu meiden – ganz gleich, wie hoch oder niedrig der Betrag ist. Dass Einträge aus Jahren voller Besuche in dem Moment unlesbar werden, in dem du die Zahlung einstellst: Genau das willst du am meisten vermeiden.
Dieselbe Weggabelung kommt beim Gerätewechsel. Was du beim Mitnehmen deiner Einträge vor dem Umzug auf ein neues Gerät prüfen solltest, steht in einem eigenen Artikel.
Wie viel vom Ort deiner Besuche soll gespeichert werden?
In Apps, in denen du den Schrein oder Tempel aus einer Liste auswählst, hängt sein Standort am Eintrag. Willst du für jeden Eintrag selbst entscheiden, ob ein Ort gespeichert wird, passt eine App besser, in der du den Namen selbst eingibst. Das wird viel leichter übersehen als die Frage, wo die Einträge liegen.
Eine App, in der du Schreine und Tempel suchst und auswählst, bringt eine Liste von Schreinen und Tempeln samt ihren Standorten mit. Für die Anzeige auf einer Karte ist das praktisch, es bedeutet aber auch, dass eine Liste, wann du wo warst, samt Standorten auf deinem Gerät liegt.
Es geht auch ohne eingebaute Liste: Du gibst nur den Namen des Schreins oder Tempels selbst ein und setzt nur dann eine Stecknadel durch Tippen auf die Karte, wenn du den Ort festhalten willst. Dabei verzichtest du auf die bequeme Suche, kannst aber auch Schreine und Tempel, die in keiner Liste stehen, auf dieselbe Weise erfassen.
Keiner der beiden Wege ist besser – sie setzen nur andere Prioritäten. Achte aber darauf, ob erklärt wird, wofür die App den Standort braucht, wenn sie nach der Erlaubnis dafür fragt.
Was anders ist, wenn Einträge nicht zum Teilen gedacht sind
In Apps, die auf Posten und Veröffentlichen ausgelegt sind, musst du erst die Einstellung für „privat“ suchen, um die Einträge für dich zu behalten; ist „öffentlich“ voreingestellt, können andere sie sehen, ohne dass du es merkst. Einträge in einer App ohne Funktion zum Teilen können in der App gar nicht erst veröffentlicht werden.
Manche möchten ihre Goshuin-Einträge anderen zeigen, andere überhaupt nicht. Richtig oder falsch gibt es dabei nicht, aber zu welcher Gruppe du gehörst, solltest du vor der Wahl klären. Auch wenn du sie zeigen möchtest, gibt es Dinge, die du vorher herausnehmen solltest, etwa Notizen für dich selbst oder Angaben, aus denen hervorgeht, wo du wohnst.
Die Checkliste zum Selbstprüfen
Zu prüfen sind vier Dinge: die in der Datenschutzerklärung genannten Empfänger, die Art des Exports, die Begründung der Berechtigungen und wie viel ohne Kauf nutzbar ist. Die Beschreibung im Store allein beantwortet das nicht, also geh die Punkte einzeln durch.
- Nennt die Datenschutzerklärung, wohin die Einträge gesendet werden? Wird nichts gesendet, sollte dort stehen, dass nichts gesendet wird. Steht dort gar nichts, ist das kein Beleg dafür, dass nichts gesendet wird.
- Gibt es eine Exportfunktion? Wenn ja, bleiben deine Einträge bei dir, auch wenn du die App nicht mehr nutzt. Allerdings gibt es zwei Arten von Export: ein „Backup“, das in dieselbe App zurückgeht, und einen Export zum Lesen (CSV, PDF und Ähnliches) für Tabellenkalkulation oder Papier. Lässt sich das Backup nur in dieser App öffnen, kannst du deine Einträge nach dem Aufhören nur mit der zweiten Art lesen.
- Lassen sich die verlangten Berechtigungen aus den Funktionen erklären? Ob Standort oder Fotos – wofür sie gebraucht werden, sollte sich erklären lassen.
- Wie weit kommst du ohne Kauf? Es ist beruhigender, das vorher zu wissen, als erst nach dem Sammeln vieler Einträge festzustellen, dass ein Kauf nötig ist.
So ist es in der App, die ich entwickle
Die App „Goshuin-Chronik“, die ich entwickle, braucht weder Anmeldung noch Registrierung eines Kontos und speichert Einträge und Fotos auf dem Gerät. Dafür kann sie Einträge nicht zwischen mehreren Geräten synchronisieren. Zur Orientierung hier in der Reihenfolge der Checkliste oben.
Einträge und Fotos sendet die App nicht nach außen, und sie zeigt keine Werbung. Ganz ohne Verbindung kommt sie aber nicht aus: Beim Anzeigen der Karte und beim Kauf oder Wiederherstellen eines Kaufs über den App Store verbindet sie sich. Was wohin gesendet wird, steht in der Datenschutzerklärung.
Die Einträge auf dem Gerät gehören zum Standard-Backup und zur Übertragung von iOS (iCloud-Backup, Schnellstart). Unabhängig davon kannst du eine mit Passphrase verschlüsselte Datei (das Backup) exportieren und auf einem neuen Gerät importieren. Öffnest du das Backup, kannst du seinen Inhalt nicht lesen, und vergisst du die Passphrase, lässt sich aus dieser Datei nichts wiederherstellen. Lesbar außerhalb der App werden deine Einträge mit dem PDF- / CSV-Export.
Die App fragt nicht nach der Erlaubnis für den Standort und speichert keine Adressen. Ob ein Ort gespeichert wird, entscheidest du selbst; wenn ja, tippst du auf die Karte und setzt eine Stecknadel. Die App erhält nur die Fotos, die du in der Fotoauswahl von iOS ausgewählt hast, und fragt nicht nach der Berechtigung, die ganze Fotomediathek zu lesen.
Ohne Kauf kannst du im ersten Buch beliebig viele Einträge erfassen, und auch Export und Import des Backups stehen dir offen. Ein zweites Buch und alle weiteren, das gemeinsame Hinzufügen von zwei oder mehr importierten Fotos zu einem Buch und der PDF- / CSV-Export gehören zum einmaligen Kauf „Chronik komplett“. Ein Abo gibt es nicht. Wo der Kauf beginnt, zeigt die Preisübersicht. Den Preis entnimm bitte dem App Store.
Wie es vom Import der Fotos bis zum Einordnen in Bücher und Seiten weitergeht, steht in „Goshuin-Fotos auf dem Smartphone: So ordnest und erfasst du sie nachträglich“.
Häufige Fragen
- Was passiert mit den auf dem Gerät gespeicherten Einträgen, wenn ich die App lösche?
- Auf dem iPhone werden beim Löschen einer App auch die Einträge gelöscht, die sie auf dem Gerät gespeichert hat. Willst du nur Speicherplatz freimachen, wähle in den Einstellungen unter „Allgemein“ → „iPhone-Speicher“ die App aus und nutze „App auslagern“: Dann verschwindet nur die App selbst, Dokumente und Daten bleiben. Bevor du etwas löschst, erstelle ein Backup und einen Export zum Lesen und lege beides außerhalb des Geräts ab.
- Was ändert es, wenn die Einträge auf dem Gerät gespeichert sind?
- Die Einträge liegen nicht auf dem Server des Anbieters. Fällt dieser Server aus, verschwinden sie also nicht mit ihm. Dafür ist die Mitnahme beim Gerätewechsel deine eigene Aufgabe, und zusammen mit den Fotos belegen sie Speicher auf dem Gerät.
- Kann ich meine Einträge noch lesen, wenn ich das Abo einer App kündige?
- Ein Abo im App Store läuft nach der Kündigung normalerweise bis zum Ende des bereits bezahlten Zeitraums weiter. Ob du deine Einträge danach noch öffnen oder exportieren kannst, ist von App zu App verschieden und steht nicht immer in der Beschreibung im Store. Erstellst du vor der Kündigung einen Export, den du in einer Tabellenkalkulation oder auf Papier lesen kannst, bleiben die Einträge in jedem Fall bei dir.
- Warum fragt eine App nach der Erlaubnis für den Standort?
- Sie braucht sie, wenn sie Schreine und Tempel in deiner Nähe sucht oder deine Besuchsorte automatisch auf einer Karte festhält. Brauchst du diese Funktionen nicht, kannst du auch eine App wählen, die gar nicht danach fragt. Wirst du gefragt, kannst du zwischen „Einmal erlauben“, „Beim Verwenden der App erlauben“ und „Nicht erlauben“ wählen und die Antwort später in den Einstellungen unter „Datenschutz & Sicherheit“ → „Ortungsdienste“ ändern.
- Kann ich mich allein auf die Angaben zum „App-Datenschutz“ im App Store verlassen?
- Sie sind ein Anhaltspunkt, reichen allein aber nicht aus. Der Abschnitt „App-Datenschutz“ auf der Produktseite gibt wieder, was der Entwickler selbst angegeben hat, und zeigt entweder „Keine Daten erfasst“ oder die Arten der erfassten Daten. Was wohin und wann gesendet wird, erklärt die Datenschutzerklärung. Prüfe deshalb, ob die beiden einander widersprechen.